Die Wichtigkeit von Produkttests und Marktforschung in unserer elektronischen Gesellschaft
Von Helen Lester, Sagitta Research
Produkttests waren nie wichtiger als heute. In unserer elektronischen 24-Stunden Gesellschaft, in der Postings in sozialen Netzwerken über Erfolg und Misserfolg von Produkten und Marken entscheiden können, ist es wichtiger denn je, dass Hersteller ihre Produkte vor der Markteinführung ausgiebig testen. Die Konsumenten stehen heute vor einer riesigen Auswahl, sowohl was die Zugänglichkeit von Produkten betrifft (mit 24-Stunden-Onlineshops) als auch was die Bandbreite angeht, die ihnen heute zur Verfügung steht (dies hängt auch mit der wachsenden Konkurrenz aus Asien – insbesondere aus China – und Osteuropa zusammen). Als Konsequenz daraus, kann der moderne Käufer sehr informiert, ungeduldig, intolerant und wählerisch auftreten. Aus diesem Grund haben Hersteller nicht länger den Luxus, ihre Produkte „im Markt“ weiterzuentwickeln, bis sich der gewünschte Erfolg einstellt. Erfolg haben jene Hersteller, deren Produkte bereits zur Markteinführung ausgereift sind. Ganz gleich, ob es sich dabei um eine teure Waschmaschine oder einen billigen Lippenstift handelt, die Konsumenten bringen nicht die Geduld für eine zweite Chance auf – sie sind nicht gewillt, ihre Zeit oder ihr Geld an unausgereifte Produkte zu verschwenden.
Kostenlose Produktempfehlungen (bei denen Konsumenten Produkte empfehlen, ohne dafür vom Hersteller beauftragt worden zu sein) sind in Zeiten von sozialen Netzwerken und Videoplattformen wie Facebook, Twitter, Instagram, Tumblr und YouTube keine Seltenheit mehr. Ein kurzer „Tweet“, um zu sagen, wie genial das neue Apple Gadget ist, kann Follower (Abonnenten) in einen regelrechten Rausch versetzen und bessere und authentischere Aufmerksamkeiten generieren als es eine klassische Werbekampagne je vermochte. Auf der anderen Seite können schlechte Bewertungen und Rezensionen auf Bewertungsplattformen einem Produkt oder einer Marke aber auch einen erheblichen Imageschaden zufügen.
Vor dem Zeitalter des Internets konnten ungetestete Produkte dem Hersteller zwar auch großen finanziellen Schaden zufügen, z.B. wenn eine falsche demografische Gruppe anvisiert wurde. Häufig hatten die Unternehmen jedoch die Möglichkeit, mit einem schnellen Re-Launch und einer verbesserten Werbekampagne oder einem modifizierten Produkt zu reagieren und Fehler damit zu korrigieren. In der elektronischen Gesellschaft steht dagegen weit mehr auf dem Spiel.
Versäumnisse bei umfassenden Produkttests und Marktforschungen können in einem Multi-Millionen Euro teuren Fiasko enden oder gar zum endgültigen Scheitern Ihrer ganzen Marke führen – mit einem Klick ist die ganze Welt über Ihre Panne informiert, ehe Sie überhaupt reagieren können.
Selbst die größten und erfahrensten Marken, sind vor solchen Fehlern nicht gefeit. Beispielhaft hierfür ist Coca Colas Markenstart des Tafelwassers Dasani in Großbritannien. Es drängt sich die Frage auf, wie intensiv man sich auf den Produktstart in Großbritannien vorbereitet hat, wenn man das Wasser mit dem Slogan „Bottled spunk“ (Spunk ist ein britisches Slangwort für Sperma) bewirbt. Auf dem US-Markt war der Slogan offenbar ein Erfolg, doch ein einfacher Fokusgruppen-Test in Großbritannien, hätte auf die unterschiedliche Bedeutung des Wortes „Spunk“ im britischen Englisch aufmerksam gemacht.
In Deutschland: Selbst erfahrene, international tätige Konzerne wie P&G, sind vor solch peinlichen Fehlern nicht gefeit. So hätte der Mist-Stick Lockenstab von Clairol (das zum P&G-Konzern gehört) auf dem deutschen Markt nicht zwangsläufig floppen müssen – zumindest nicht aufgrund seines zweifellos unglücklich gewählten Namens – wenn der Konzern im Vorfeld einen Fokusgruppen-Test in Deutschland angestrengt hätte.
Wenn Sie also ein Produkt auf den Markt bringen möchten, ersparen Sie sich jegliche potentiellen Fehler bei der Markteinführung und maximieren Sie stattdessen das Potential ihrer Marke, indem Sie bereits im Vorfeld auf umfassende Produkttests und Marktforschung setzen. Können Sie es sich wirklich leisten, darauf zu verzichten?
Von unserem Übersetzungsbüro D.Code Translations übersetzt.
